Manchmal wäre ich gerne einfach nur Mutter…

Es sind so Tage wie heute. Meine Tochter ist krank, bereits seit 6 Tagen und langsam auf dem Weg der Besserung. Sie zeigt mir deutlich mit ihrem Verhalten wie sehr sie mich gerade braucht. Das kleine Wesen schaut mich mit ihren wundervollen, Tränen gefluteten blauen Augen an und ich weiß wie unwohl sie sich fühlt, denn ich fühle mich genauso. Nicht krank oder so, aber hilflos. Sie möchte auf meinen Arm oder auf meinen Bauch und es fühlt sich gut an. Sie hört auf zu weinen, legt ihren Kopf auf meine Schulter und schließt die Augen. Ich lehne meinen Kopf an ihren und genieße es.

Doch dann meldet sich mein Handy. Die Studentin in mir wird wach. „Fälligkeitsbenachrichtigung der Bibliothek“ Achja da ist ja noch was. Die Bücher für die Hausarbeit. Ohje die Hausarbeit! Die Bücher kann ich nicht zurückbringen, brauche sie ja noch für die unfertige Hausarbeit. Also schnell online verlängern. Kaum habe ich das Handy in der Hand melden sich all meine Tätigkeiten, die ich nebenbei noch so mache:

Kalender:  *bing bing* „Heute Abend ist dein Wassergymnastik-Kurs, Bettwäsche wechseln, Flur putzen“

*brrr brrr* Whatsapp meldet sich auch gleich noch: „Hey sag mal wie viel Budget haben wir für die Ersti-Tage? Können wir die Getränke der Fachschaft benutzen? Hast du an der Doodle-Umfrage schon teilgenommen? Wann ist nochmal die Anmeldefrist für Modul 7? Kannst du das noch schnell auf die Facebook Seite und am besten auch noch auf die Homepage der Fachschaft stellen?“

Nicht zu vergessen meine Mails, die sich im Laufe des letzten Abends und der Nacht über angesammelt haben: *piep piep* „Einladung zur Vollversammlung, Save the Date, Fälligkeitsbenachrichtigung,  Nur zur Info, Sehr geehrte Turnhallennutzer*innen…“

Die Werbe *räusper*  Spam *räusper* Mails habe ich doch glatt mal außen vor gelassen.

In solchen Momenten lernt man sich zu organisieren, hat man doch sein krankes Kind auf dem Arm und einen Haufen Verpflichtungen. Oder wie in meinem Fall: ich lerne gar nichts und scheiß auf die Verpflichtungen. Nur weil es einfacher für die Anderen ist, mir die Arbeit aufzuladen, anstatt sich selbst mal schlau zu machen, sehe ich es jetzt in diesem Moment nicht ein, mein Kind drunter leiden zu lassen! Ich schmeiße das Handy ins Schlafzimmer und gehe mit meiner Tochter baden.

Jetzt bin ich einfach Mutter!

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